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Studium

Zwischen Sensation und Information – Medienberichterstattung über Seuchen

 
Zwischen Sensation und Information - Medienberichterstattung über Seuchen
Studium: Master
Veranstaltungsart: Seminar
Beginn ab: Mi, 26.04.2017
SWS: 2
ECTS: 5
Studien- und Prüfungsleistung: Hausarbeit (20 Seiten) und Präsentationen (60 Minuten)
Es besteht Anwesenheitspflicht.
Turnus des Angebots: Sommersemester
Sprache: Deutsch
Raum: FG 2.024
Zeit: Mi, 09:45 - 11:15
DozentIn: Dr. Eva-Maria Lessinger

Inhalt:

‚Dr. Schnabel‘ nannte der Volksmund jene Ärzte, die sich mit Hut, Vogelmaske und bodenlangem Gewand im 17. Jahrhundert bei der Behandlung von Pestkranken vor der Ansteckung durch den ‚schwarzen Tod‘ schützen wollten. Diese makabre Kluft spiegelte den Schrecken der hoch ansteckenden Seuche wider, die sich ab 1347 in Europa verbreitete und ein Drittel der Bevölkerung dahinraffte. Heute ist die Pest ist in vielen, aber nicht allen Teilen der Welt ausgerottet. Die beängstigenden Bilder von Seuchen aber bleiben. So erschienen die Medienbilder kaum weniger surreal, als sich 2014 das zuvor auf isolierte Gebiete Zentralafrikas beschränkte Ebolafieber in Westafrika zur Epidemie entwickelte. Die aus weißen Overalls, Überschuhen, Handschuhen und Taucherbrillen bestehende Schutzkleidung des medizinischen Personals in den Ebola-Gebieten stand der Maske des Dr. Schnabel in nichts nach. Und gestern wie heute prägen erschreckende Bilder von leidenden Erkrankten oder bereits Verstorbenen, die aus hygienischen Gründen nicht traditionell bestattet werden dürfen, die mediale Darstellung solcher gefährlichen Epidemien. Was bei dem Ausbruch einer Seuche aber weit dringender benötigt wird als drastische Bilder sind Informationen. So grassierten bei dem letzten Ebola-Ausbruch nicht nur in den betroffenen Gebieten Panik und Unwissen. Die hohe Letalität dieser Infektionskrankheit, das Fehlen eines Impfstoffes und spezifischer Therapeutika führten beim Auftreten von Symptomen wie Fieber, Hautausschlag, Erbrechen und/oder Durchfall auch in anderen Teilen der Welt zu Angst vor einer globalen Pandemie. Denn Viren halten sich nicht an Landesgrenzen, sondern gehen häufig zunächst von Tieren auf Menschen über, übertragen sich dann rasend schnell von Mensch zu Mensch und reisen im Flugzeug um die Welt. Ziel dieser Lehrveranstaltung ist es daher, zu untersuchen, ob und wenn ja, wie die Massenmedien beim Ausbruch einer Seuche über gesundheitliche Gefahren und Vorsichtsmaßnahmen aufklären oder das Ereignis ökonomisch ‚ausschlachten‘ und entsprechend sensationalistisch aufbereiten. Zu diesem Zweck werden zunächst die medizinischen, sozialen und politischen Dimensionen von Seuchen beleuchtet, dann werden die verschiedenen Darstellungsmodi von Gesundheitsthemen in den Medien erarbeitet und schließlich wird die Berichterstattung über Epidemien empirisch analysiert.

Weiterführende Links:

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