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Journalismus und Pressefreiheit im internationalen Vergleich

Journalismus und Pressefreiheit im internationalen Vergleich
Studium: Master
Veranstaltungsart: Seminar
Beginn ab: Di, 22.10.2019
SWS: 2
ECTS: 5
Studien- und Prüfungsleistung: • Präsentation (tw. in Gruppenarbeit, tw. in elektronischer Form), Hausarbeit (tw. in Gruppenarbeit, tw. in elektronischer Form)
• Es besteht Anwesenheitspflicht.
Turnus des Angebots: Wintersemester
Sprache: Deutsch
Raum: FG 2.024
Zeit: Blockveranstaltung
DozentIn: Dr. Susanne Merkle

Inhalt:

Die Gewährleistung der Pressefreiheit ist allgemeiner und übergeordneter Faktor für die Erfüllung der Funktionen des Journalismus in demokratischen Staaten. Die Situation und die Bedingungen der Medien allgemein und insbesondere unter Berücksichtigung des Kontextes, in dem Journalisten ihre Arbeit machen, sind auch die Grundlage für die Messung von Pressefreiheit. Verschiedene internationale Organisationen ermitteln jährlich Indizes der Pressefreiheit weltweit anhand bestimmter Kriterien, die Einfluss auf die journalistische Unabhängigkeit ausüben, wie etwa Medienvielfalt, Unabhängigkeit der Medien, journalistisches Arbeitsumfeld und Selbstzensur, rechtliche Rahmenbedingungen, institutionelle Transparenz und Produktionsinfrastruktur.

Insgesamt ist die Pressefreiheit in den Staaten der Europäischen Union zwar von grundlegenden rechtlichen Rahmenbedingungen geschützt. Allerdings gibt es in den meisten Ländern bei genauerer Betrachtung der zugrundeliegenden Kriterien einschränkende Faktoren, die die Presse- und Informationsfreiheit bedrohen. In die Beurteilungen fließen auch aktuelle Geschehnisse ein, die die Pressefreiheit gefährden, wie etwa Anzahl und Ausmaß von Übergriffen und Gewalttaten gegenüber Journalisten. Hier ist seit einigen Jahren ein Anstieg zu beobachten, insbesondere im Zuge des Aufkommens demokratiefeindlicher und populistischer Gruppierungen. Gleichzeitig führt die zunehmende Medienkonzentration dazu, dass immer weniger große Konzerne immer mehr auch spartenübergreifende Marktmacht in den Medien besitzen. Es stellt sich die Frage, welche Auswirkungen dies auf die Meinungsvielfalt und die Unabhängigkeit der Journalisten in den Medienhäusern hat. Aber auch von staatlicher Seite gibt es in einigen EU-Mitgliedsländern zunehmend teils schwerwiegende Eingriffe in die Autonomie der Medien.

Das Seminar beschäftigt sich zunächst mit dem Begriff der Pressefreiheit, mit ihren legitimen und illegitimen Einschränkungen sowie mit den Kriterien, die zur Messung von Pressefreiheit durch verschiedene Nichtregierungsorganisationen herangezogen werden. Auf theoretischer Basis widmen sich Modelle des Vergleichs von Mediensystemen ebenfalls den Bedingungen der Medien und ihren Kontextfaktoren, so dass auch diese hier von Relevanz sind. Dies bildet zu Beginn des Semesters die Grundlage für den anschließenden Vergleich der aktuellen Bedingungen der Medien und des Journalismus verschiedener europäischer Staaten in der Blockveranstaltung.

 

Weiterführende Links:

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